Wie viele Windenergieanlagen verträgt NRW?

Dieser Frage ist die NRW-Landesregierung in Düsseldorf in quantitativer Hinsicht nachgegangen. Schließlich will sie wissen, ob das Flächenpotenzial theoretisch ausreicht, um den Anteil der Windenergie bis zum Jahr 2020 von derzeit 4 % des Landesverbrauchs auf dann 15 % (21 Terrawattstunden pro Jahr) zu steigern.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen wurde beauftragt, das maximal verfügbare Platzangebot und die daraus resultierende Menge an Windenergie zu ermitteln. Dafür wurde eine umfangreiche, in ihrer Systematik einmalige Datenbank eingerichtet. Für die gesamte Landesfläche wurden die Raumnutzungsarten wie Siedlung, Infrastruktur, Wald, Gewässer, Landschaft usw. zusammengetragen. Eine Sisyphusarbeit mit einer schier unüberschaubaren Menge an Einzeldaten, die mehrere Großrechner über Monate bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet haben. Dazu wurden nach modernen Methoden Windpotenziale und die mögliche Schallbelastung einzelner Wohngebäude ermittelt.

In der Tat ein ambitioniertes Projekt mit Leuchtkraft auch in andere Bundesländer. Was ist dabei herausgekommen?

Nun, dass theoretisch knapp 9.800 Windräder moderner Bauart rund um Rhein, Lippe, Ems und Ruhr Platz fänden. Bei alleiniger Betrachtung von Windparks mit Stellfläche für mindestens drei Windräder wären immer noch 5.360 Windräder machbar. Diese hätten wiederum das Potenzial, 39 Terrawattstunden pro Jahr zu produzieren.

Alles nachzulesen unter: Potenzialstudie Windenergie - LANUV NRW

Kurzum, das Flächenpotenzial ist vorhanden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Ob diese erreicht werden, hängt aber auch zu einem guten Stück vom Willen der politischen Gremien in den Kommunen und Kreisen sowie letztlich von den betroffenen Landeigentümern und Bürgern ab.

Sie wollen zudem wissen, wo in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens Platz für neue Windräder zu finden wäre? Dann schauen Sie doch einfach nach unter www.energieatlas.nrw.de!

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